Ein bisschen wie das hässliche Entlein…

Natürlich Leben
1

Heute Mittag ging ich in den Garten, um etwas Gemüse für meine Suppe zu holen. Alles ist leicht vom Schnee überzuckert und die Pflanzen sind schon gefroren. In einer Ecke des Gemüsegartens stehen noch die Kohlpflanzen von der Saatgutgewinnung. Da habe ich im Laufe des Jahres immer wieder mal junge Blätter geerntet.

Das war dem Sommer hindurch wirklich kein so besonders ästhetischer Anblick. Die Stängel hingen runter und wurden von den Schnecken ziemlich angefressen. Leider (Gott sei Dank!) hatte ich keine freie Minute um das Gebilde zu entfernen.

Nun, heute sehe ich da ein buschiges Etwas, bestehend aus vielen kleinen Kohlköpfen.

Gesund und munter ragen rundherum viele kleine Kohlköpfe raus.

Das sieht ja aus wie ein gefährliches Ungeheuer mit vielen Köpfen. Ich hab dem Ungeheuer gleich einige Köpfe abgerissen, bevor es mich frisst…. und nun bin ich auch noch zum Drachentöter geworden….

Welche Möglichkeiten in einer Permakultur stecken – vom Gärtner zum Drachentöter! 🙂

Einige faustgroße, kleine Kohlköpfe habe ich im gefrorenen Zustand geerntet.

Ab damit in die Suppe! ….. mhmh – lecker!

So hat sich der ausgelaugte Kohlpflanzenverhau in einen schönen „Blaukraut-Strauch“ verwandelt.

Fast wie beim hässlichen Entlein……

Die Permakultur sagt, dass alles mehrere Funktionen haben soll. Bei dieser Pflanze wurde zuerst der eigentliche Kohlkopf geerntet. Zur zweiten Nutzung wurde sie frostfrei überwintert und im Frühling wieder eingepflanzt. So konnte sie blühen, Samenstände ausbilden und der Samen geerntet werden. Der dritte Ertrag kommt von den nochmals gebildeten vielen kleinen Kohlköpfen.

Überwintern Sie doch auch mal eine Kohlpflanze zur Samenernte. Dazu wird die Pflanze mit dem Wurzelballen ausgegraben und in einen Topf gesetzt. Die Zeit bis zum Frühling verbringt die Pflanze am besten in einem kühlen Kellerraum. Der Wurzelballen darf nicht austrocknen. Welke Blätter sollten Sie immer wieder mal entfernen. Im Frühling, nach dem letzten Frost, kann die Kohlpflanze mit dem Wurzelballen in den Garten gepflanzt werden. Einige Stützstäbe werden notwendig sein um das Abbrechen der neuen Triebe zu verhindern. Wenn Sie darauf achten, dass nur die Kohlpflanze, von der das Saatgut verwendet werden soll, in Ihrem Garten blüht, kann auch die Sorte vor fremden Einflüssen geschützt werden. Mit der Zeit erhalten Sie dadurch Ihre eigene „Haussorte“.

Durch die Ernte des Saatgutes von diesen Pflanzen kann sich die Eigenschaft des Mehrfachnutzens weiter fortentwickeln und ein Tor zu einem völlig neuen Weg aufgemacht werden, dessen vielseitige Möglichkeiten wir noch gar nicht abschätzen können.

Dem Ziel, Lebensmittel möglichst natürlich zu erzeugen, wenig Energie zu verbrauchen und unsere Ressourcen weitgehendst zu schonen, kommen wir dadurch immer näher.

1 Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Natürlich Leben
Er war schon schlau, der alte Indianer!

Als Selbstversorger steht man immer wieder vor der Frage, „was ist wie und mit welchem Aufwand zu erreichen?“ Wie haben das andere Kulturen in früheren Zeiten gelöst? Im 16ten Jahrhundert standen die ersten Auswanderer in Amerika vor dem Hungertod. Mit dem, was sie über die Landwirtschaft wussten, hatten sie keine …