Holzgasjournal Blog
Donnerstag, 22. Juni 2017 um 09:27

 

 

 

Holzkohle und Wurmkompost herstellen

von Hans Söhl

 

Kreisläufe schließen und hochwertigsten Dünger ganz einfach selbst herstellen, das wünscht sich jeder Gärtner und Landwirt! Die ganze Breite der naturnahen Möglichkeiten können Sie durch die Herstellung eines Holzkohle - Wurmkompostes aus landwirtschaftlichen Reststoffen und Küchenabfällen nutzen.

 

Wurmkompostierung und Holzkohleerzeugung setzen einen Impuls zum aktiven Humusaufbau. Am 12.06.2017 habe ich bei einem Landwirt eine Kombination aus Wurmkompost- und Holzkohle-erzeugung aufgebaut. Nach dem Aufstellen der Wurmboxen haben wir miteinander die erste Holzkohle mit dem Kon-Tiki-Holzkohlefeuer erzeugt. Optimaler Wurmkompost entsteht immer durch die Beimischung von Holzkohle zu den organischen Reststoffen. Das fertige Substrat ist eine Art Schwarze Erde (Terra Preta), wie sie schon unsere Vorfahren hergestellt haben. Mit Holzkohle wird Wurmkompost noch wertvoller. Durch die Bindungskräfte der Holzkohle werden Nährstoffverluste weitgehendst vermieden. Es gibt viele Anwendungsmöglichkeiten des Wurm-kompostes zur Düngung, Pflanzenschutz und Pflanzenstärkung. Wurmhumus ist ein Impulsstoff, der die  Bodenbelebung aus dem eigenen Stoffkreislauf stark fördert.

 

Holzkohle aus dem Kon-Tiki – Holzkohlefeuer

 

Den Kon-Tiki haben wir in der Nähe des Strauch-schnittes aufgestellt um möglichst kurze Wege zu haben. Interessant ist dabei, dass der Energieaufwand für große Maschinen zur Brennstoffaufbereitung komplett entfällt. In der Regel reicht es, das Ast-material mit einer Säge und Astschere auf Länge des Durchmessers des Kon-Tiki zu kürzen.

 

 

 

Es ist immer wieder ein spannendes Naturschauspiel, wie sich das Holz im Feuer zu hochwertiger Holzkohle verwandelt. Man spürt dabei so richtig die Urkraft der Sonne, die im Holz eingelagert ist. Im Vergleich zur Kompostierung des Strauchschnittes findet keine Energieverschwendung oder Umweltverschmutzung durch den Herstellungsprozess statt. Die beim Verkohlungsprozess freigesetzte Energiemenge ist geringer als die Energiemenge, die beim Verrotten frei wird. Im Gegenteil, es beleibt in der  Holzkohle eine große Energie- und Kohlenstoffmenge dauerhaft gespeichert.

 

 

 

 Schön ist sie geworden! Die  Holzkohle ist nun zur weiteren Verwendung bereit.

 

"Es liegt an uns, wieder mit ganzen Kreisläufen zu arbeiten um unabhängig und erfolgreich zu sein."

Mit passender Technik und Beratung werde ich Sie gerne dabei unterstützen.

 

 

 

 

Viele unserer Produkte finden Sie unter

www. soehlmetall-shop.de

 

 

 


 
Dienstag, 09. Mai 2017 um 11:08

 

 Kaskadennutzung Holz - „Ein Klassiker der Nachhaltigkeit“

 

Es wird immer viel über optimale Rohstoffnutzung und einem verantwortungsvollen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen gesprochen. Ich möchte Ihnen an einem konkreten Beispiel 10 Schritte einer  Kaskadennutzung von Holz zeigen. Beim Abbruch einer alten Scheune ist einiges an Holzmaterial angefallen, das nun möglichst effektiv weiter genutzt wird.  

 

1. Der Wald entnimmt aus der Atmosphäre CO2 und lagert diesen Kohlenstoff in den wertvollen Rohstoff Holz ein und gibt auch einen Teil davon über die Wurzelmasse in den Boden ab.

2. Holz ist ein universeller Rohstoff, z.B. für Möbel, Verpackungsmaterial und als Baustoff für Gebäude. 

3. Im konkreten Beispiel wird das Abbruchholz als Rohmaterial für die Holzkohle- herstellung genutzt.

 

   

Durch eine Veredelung des Altholzes zur Holzkohle eröffnet sich eine Reihe weiterer Möglichkeiten, wobei die folgenden Beispiele nur einen kleinen Ausschnitt darstellen.

4. Bei dem Verkohlungsprozess entsteht Energie aus der Abwärme, die fossile Energieträger ersetzt, Rohstoffe einspart und das Klima entlastet.

5. Die Holzkohle kann für den landwirtschaftlichen Betrieb als Siliermittel genutzt werden. Durch die hygienisierende Wirkung wird der Verlust von Futter verringert und die Gesundheit der Kuh gefördert.

6. Die Holzkohle gelangt durch den Verdauungsapparat der Kuh in die Güllegrube, was in der Folge die Gülle von der Fäulnis hin zur Rotte lenkt und damit Schäden an Pflanzen und Bodenlebewesen deutlich verringert.

7. Durch die Bindungskräfte der Holzkohle werden die Geruchsbelastungen beim Gülleausbringen verringert und damit der Verlust von Nährstoffen minimiert. Das spart Ärger und bares Geld.

8. Im Ackerboden wird mit der Holzkohle ein Nährstoff- und Wasserspeicher aufgebaut. Aufgrund der Bodenveränderung können Pflanzen Trockenstress besser überstehen.

9. Die Bindekräfte der Holzkohle verringern auch Auswaschungen der Nährstoffe in den Untergrund und damit in das Grundwasser. Das spart dem Landwirt Kosten durch den reduzierten Düngemittelbedarf.

10. Verstärkter Humusaufbau mittels Holzkohle verbessert grundsätzlich die Pufferkapazität von Stickstoff, so dass weniger Nitrat in das Grundwasser gelangt. Holzkohle im Boden ist aktiver Grundwasserschutz!

 

 

 

 
Weitere Beiträge...


Seite 1 von 10